Säurearmer Kaffee - woher kommt die Säure im Kaffee?

Wer kennt das nicht? Man trinkt einen Kaffee und es stößt einem kurze Zeit später immer und immer wieder sauer auf. Woran liegt das und wie kann man es unter Umständen beeinflussen? Liegt es an der Herkunft der Kaffeebohne, am Röstverfahren, an der Brühmethode oder unter Umständen an der Empfindlichkeit der jeweiligen Person. Nachfolgend wird dem auf den Grund gegangen…

Säure in den Kaffeebohnen Säure in den Kaffeebohnen

Herkunft von säurearmen Kaffee

Kaffeebohnen kommen ursprünglich aus Äthiopien. Im 16. und 17. Jahrhundert hat man sie jedoch über fast die komplette Südhalbkugel verteilt. Hierbei haben sich je nach Zuchtformen und Bodenverhältnissen verschiedene Säuren in den Bohnen entwickelt. Die maßgeblich an dem Geschmack beteiligte Kaffeesäure, nennt man Chlorogensäure. Sie befindet sich weniger in der klassischen Arabica Bohne (3-6%) als mehr in der Robusta Bohne (ca.10%). Die Arabica Bohne gilt deshalb als aromatischer und weicher während die Robusta eher als kräftiger empfunden wird. Daher ist die Robusta Bohne zu größeren Anteilen in der Espressomischung. Robusta-Kaffee stammt meist aus Westafrika, Uganda, Indonesien und Vietnam, aber auch aus Brasilien und Indien. Arabica-Kaffee wird vor allem in den Ländern Lateinamerikas, in Ostafrika, Indien und Papua-Neuguinea angebaut.

Röstverfahren von säurearmen Kaffee

Nachdem es ja schon mal einen Unterschied macht, welche Bohnen man für den Kaffee verwendet steht nun das Röstverfahren im Vordergrund. Hierbei unterscheidet man im Groben zwischen Schockröstung und Langzeitröstung. Für die industrielle Herstellung von Kaffee bevorzugt man eher die Schockröstung, bei der der Kaffee bei einer Temperatur von bis zu 550 ° C in deutlich schneller als in der Langzeitrötung bei höchstens 220°C geröstet wird. Zu hohe Temperaturen fördern die Produktion von Schadstoffen, darum sollte man der Gesundheit zuliebe schon eine Langzeitröstung bevorzugen. Diese ist dadurch gehoben in der Qualität aber es ist auch spürbar im Geschmack. Durch den vergleichsweise langen Zeitraum in der Rösttrommel wird auch der säurehaltige Kern der Bohne geröstet. Folglich sind diese Verfahren maßgeblich für den Säuregehalt im Kaffee verantwortlich.

Hat das Brühverfahren Einfluss auf die Säure von Kaffee?

Schlussendlich kann man das Brühverfahren mit der Kaffeesäure nicht in Verbindung bringen. Kaffeesäure ist tatsächlich nur abhängig von der Herkunft der Kaffeebohne und dem Röstverfahren. Was man dennoch schon sagen kann ist, dass es sich lohnt bei säureempfindlichen Magen auf augenscheinlich teurere Kaffeebohnen wert zu legen, da die Langzeitröstung maßgeblich den Säuregehalt verringert. Auch sollte man seine allgemeine Ernährung mal genauer betrachten. Bevorzugt man eher säurehaltige Lebensmittel reagiert man oftmals empfindlicher auf säurehaltigen Kaffee.

Fazit: Wissen ist Trumpf, Arabica-Bohnen im Langzeitröstverfahren sind säureärmer und magenfreundlicher. Sollte man die Säure dennoch spüren kann eine Messerspitze Kaisernatron Abhilfe verschaffen.

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